1.4307 (X2CrNi18-9, 304L) ist die kohlenstoffarme Variante von 1.4301. Durch den geringen Kohlenstoffgehalt ist der Werkstoff besonders gut schweißbar und unempfindlich gegen interkristalline Korrosion – ideal für geschweißte Konstruktionen und größere Wandstärken.
| Alternative Namensgebung | X2CrNi18-9, AISI 304L, V2A, EN 10088 |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.4307 |
| Material | Edelstahl, austenitisch |
| Eigenschaften | Zugfestigkeit 500–700 N/mm² Streckgrenze Rp0,2 ≥ 175 N/mm² Dichte 7,9 g/cm³ Sehr gute Schweißeignung Beständig gegen interkristalline Korrosion Gut umform- und tiefziehbar Nicht magnetisch (geglüht) |
| Lieferbare Normen | EN 10088, EN 10088-2, EN 10088-3, EN 10088-4, EN 10028, EN 10028-7, EN 10217-7, EN 10272 |
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1.4307 ist auch unter den Bezeichnungen X2CrNi18-9 (EN), AISI 304L (USA), UNS S30403, JIS SUS 304L (Japan) und GOST 03Ch18N11 (Russland) bekannt. Die Bezeichnung „L" steht für „Low Carbon".
1.4307 ist ein austenitischer Cr-Ni-Edelstahl mit reduziertem Kohlenstoffgehalt und wurde speziell für schweißintensive Konstruktionen entwickelt. Die Zusammensetzung von 17-19 % Cr und 8-10,5 % Ni ist identisch zu 1.4301 — der entscheidende Unterschied ist der C-Gehalt: maximal 0,03 % bei 1.4307 gegenüber 0,07 % bei 1.4301. Diese Reduzierung um mehr als die Hälfte verhindert die Bildung von Chrom-Karbiden in der Wärmeeinflusszone beim Schweißen.
Typische Anwendungen für 1.4307 sind geschweißte Behälter und Apparate in Chemie, Pharma und Lebensmittelindustrie, Rohrleitungen mit Schweißnähten, Containerbau, Wärmetauscher, Faulbehälter, Komponenten in der Schweißkonstruktion bei Maschinenbau und Anlagenbau. Wo immer Schweißnähte langfristig korrosiv belastet werden, ist 1.4307 die sichere Standardwahl.
Die Zugfestigkeit von 1.4307 liegt bei 500-700 N/mm², die 0,2-Dehngrenze bei mindestens 175 N/mm² und die Bruchdehnung bei 45 % nach EN 10088-2. Im Vergleich zu 1.4301 ist die Streckgrenze marginal niedriger (175 statt 190 N/mm²) — in der Konstruktionsrechnung praktisch vernachlässigbar.
Die physikalischen Eigenschaften (Dichte 7,9 g/cm³, E-Modul 200 kN/mm², Wärmeleitfähigkeit 15 W/m·K, Wärmeausdehnung 16 · 10⁻⁶/K) sind identisch zu 1.4301. Auch die Verformbarkeit, Tiefziehbarkeit und Bearbeitbarkeit sind gleichwertig.
1.4307 hat die gleiche Korrosionsbeständigkeit wie 1.4301 in unverschweißtem Zustand, aber deutliche Vorteile im Bereich von Schweißnähten. Gegenüber Süßwasser, Atmosphäre, organischen Säuren und Lebensmittel-Säuren ist die Beständigkeit ausgezeichnet. Gegenüber Chloriden bleibt 1.4307 wie 1.4301 anfällig — hier ist der Sprung zu 1.4404 nötig.
Der Vorteil von 1.4307 zeigt sich, wenn Komponenten verschweißt werden. Beim Schweißen erreicht die Wärmeeinflusszone den kritischen Temperaturbereich von 450-850 °C, in dem sich bei höher kohlenstoffhaltigen Stählen Chrom-Karbide an den Korngrenzen ausscheiden. Diese „Sensibilisierung" reduziert die Korrosionsbeständigkeit im Nahtbereich drastisch (interkristalline Korrosion). Bei 1.4307 ist nicht genug Kohlenstoff vorhanden, um die Karbid-Bildung in Gang zu setzen — die Schweißnaht bleibt korrosionsbeständig.
1.4307 ist exzellent schweißbar mit allen gängigen Verfahren ohne Nachwärmebehandlung. Beim Schweißen können WIG, MIG/MAG, MMA, Laser und Widerstandsschweißen problemlos eingesetzt werden. Als Zusatzwerkstoff kommt der artgleiche 1.4316 oder 1.4332 in Frage. Eine Wärmebehandlung nach dem Schweißen entfällt — das ist der eigentliche Kostenvorteil von 1.4307 in der Produktion.
Die Zerspanung von 1.4307 ist mit dem von 1.4301 vergleichbar. Wegen der starken Kaltverfestigung sind scharfe Werkzeuge, ausreichender Vorschub und kontinuierlicher Schnitt wichtig. Schnittgeschwindigkeiten von 80-150 m/min mit VHM-Werkzeugen sind üblich. Wenn besonders viel zerspant werden muss, ist 1.4305 (Automatenstahl) die wirtschaftlichere Wahl.
1.4307 unterscheidet sich von 1.4301 nur im Kohlenstoffgehalt und entsprechend in der Schweißnaht-Stabilität.
| Werkstoff | C-Gehalt | Schweißeignung | typische Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| 1.4301 / 304 | ≤ 0,07 % | gut, aber Karbid-Risiko | Allgemein, ohne kritische Schweißnähte |
| 1.4307 / 304L | ≤ 0,03 % | sehr gut, ohne Sensibilisierung | Schweißintensive Konstruktion |
| 1.4541 / 321 | ≤ 0,08 % | sehr gut (Ti-stabilisiert) | Schweißnähte bei Hochtemperatur |
| 1.4404 / 316L | ≤ 0,03 % | sehr gut + Mo-Schutz | Schweißbar + chloridbelastet |
Wer 1.4301 für eine Schweißkonstruktion einsetzen will, wechselt in der Praxis fast immer zu 1.4307 — der Aufpreis ist gering, das Korrosionsrisiko verschwindet. Bei zusätzlicher Chlorid-Belastung ist 1.4404 die richtige Wahl. Bei Hochtemperatur-Schweißungen (über 400 °C dauerhaft) ist 1.4541 oder 1.4571 die bessere Option.
| Norm | Bezeichnung |
|---|---|
| EN 10088 | X2CrNi18-9 / 1.4307 |
| AISI | 304L |
| UNS | S30403 |
| JIS | SUS 304L |
| GOST | 03Ch18N11 |
S275JR Stahl
S355J2 Stahl
DD11 Stahl
DC01 Stahl
C45 Stahl
42CrMo4 Stahl
C45E Stahl
11SMn30 Automatenstahl
16MnCr5 Stahl
1.4305 Edelstahl