S355J2 (1.0577) ist ein höherfester unlegierter Baustahl mit garantierter Kerbschlagzähigkeit bei −20 °C. Er bietet hohe Festigkeit, gute Schweißbarkeit und Wirtschaftlichkeit – Standard im Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau.
| Alternative Namensgebung | 1.0577, St52-3, EN 10025 |
|---|---|
| Werkstoffnummer | 1.0577 |
| Material | Baustahl, unlegiert |
| Lieferbare Normen | EN 10277, EN 10025, EN 10210-1, EN 10024, EN 10034, EN 10029, EN 10055, EN 10056 |
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S355J2 ist auch unter den Bezeichnungen 1.0577 (Werkstoffnummer), St 52-3 N (DIN 17100, veraltet), Fe 510 D (Euronorm 25, veraltet) und A572-50 (ASTM, vergleichbar) bekannt.
S355J2 ist der Standard-Werkstoff für tragende Konstruktionen mit hoher Belastung und Witterungsexposition. Die Streckgrenze von 355 N/mm² ist 51 % höher als bei S235JR, der Werkstoff erlaubt damit deutlich schlankere und leichtere Konstruktionen bei gleicher Tragfähigkeit. Gleichzeitig garantiert die Kerbschlagprüfung bei -20 °C die Zähigkeit auch in kalten Außenumgebungen.
Typische Anwendungen sind Brücken und Stahlbauwerke, Kran- und Förderanlagen, Druckbehälter und Apparate, Maschinenrahmen für schwere Maschinen, Komponenten im Schiff- und Fahrzeugbau, Offshore-Strukturen (Sub-Atmosphäre) sowie hochbeanspruchte Schweißkonstruktionen im Anlagenbau. S355J2 ist der „Stahlbau-Standard" für Konstruktionen jenseits der einfachen Hallenträger.
Die Streckgrenze von S355J2 liegt bei mindestens 355 N/mm² (Dicken bis 16 mm), die Zugfestigkeit bei 470-630 N/mm², die Bruchdehnung bei mindestens 22 % und die Kerbschlagarbeit bei mindestens 27 J bei -20 °C nach EN 10025-2. Die Tieftemperatur-Zähigkeit ist der entscheidende Vorteil gegenüber S235JR/S275JR (beide JR = +20 °C). Chemisch erlaubt der Werkstoff bis 0,22 % C, 1,60 % Mn und 0,55 % Si — die etwas höhere Mn-Schwelle ist der Schlüssel zur Festigkeitssteigerung.
S355J2 ist nicht korrosionsbeständig und benötigt einen Oberflächenschutz, ist aber besonders gut schweißbar auch in dicken Querschnitten. Schweißbarkeit ist gut bis sehr gut, bei Wanddicken über 30 mm und tiefen Umgebungstemperaturen ist Vorwärmen auf 100-150 °C empfohlen. Beim Zerspanen, Brennen, Lasern verhält sich S355J2 vergleichbar mit S235JR — die etwas höhere Festigkeit ist in der Werkstatt kaum spürbar.
| Werkstoff | Streckgrenze | Kerbschlag | typische Einsatz |
|---|---|---|---|
| S235JR | ≥ 235 N/mm² | +20 °C | Allgemein, geschützt |
| S275JR | ≥ 275 N/mm² | +20 °C | Mittlere Belastung |
| S355J2 | ≥ 355 N/mm² | -20 °C | Schwerer Stahlbau, Außen |
| S460N | ≥ 460 N/mm² | -20 °C | Hochfeste Konstruktion |
S355J2 ist der Sprung gegenüber S235JR: 51 % höhere Streckgrenze, dazu Tieftemperatur-Zähigkeit. Wo immer Konstruktionen draußen stehen oder Querschnitte schlank werden sollen, ist S355J2 der Standard.
| Norm | Bezeichnung |
|---|---|
| EN 10025-2 | S355J2 / 1.0577 |
| DIN 17100 (alt) | St 52-3 N |
| Euronorm 25 (alt) | Fe 510 D |
| ASTM | A572 Grade 50 |
S275JR Stahl
S355J2 Stahl
DD11 Stahl
DC01 Stahl
C45 Stahl
42CrMo4 Stahl
C45E Stahl
11SMn30 Automatenstahl
16MnCr5 Stahl
1.4305 Edelstahl